Deutschen Hallenradsport-Meisterschaft (25./26.09.2026) in Sulzbach am Main

Hallenradsport (WS) An den beiden Tagen der Deutschen Meisterschaften gab es spannende Wettkämpfe, bei der auch die letzten WM-Plätze im 1er der Männer 2er der offenen Klasse sowie im 1er der Frauen vergeben wurden. In der Main-Spessart-Halle von Sulzbach am Main hatte der RV/TV Soden Sulzbach um Cheforganisator Christian König wieder für sehr gute Bedingungen gesorgt. Gegenüber 2024 warten die Veranstalter mit einigen Neuerungen, wie die Präsentation der Sportler in den beiden Finalveranstaltungen und Verbesserungen im Umfeld der Halle auf. Die wichtigste Nachricht an der DM brachte Marco Rossman (German Cycling) am Freitag-Nachmittag mit nach Sulzbach: „Nach der Absage der Hallenrad-WM in Derby/GB durch den Weltverband UCI vor gut zwei Wochen, kann ich heute mitteilen, dass es in 2026 auch eine Hallenrad-WM geben wird. Diese wird vom 30.10. – 01.11 2026 in der MHP-Arena von Ludwigsburg statt.“ Das wurde von den qualifizierten Sportlern mit Erleichterung entgegengenommen. Wenn es auch in der WM-Qualifikation im 4er Kunstrad für Aach nicht für das WM-Ticket reichte, so kann sich die DM-Bilanz sehen lassen. Deutscher Meister 4er Einrad, Deutscher Meister 4er Kunstrad offen, Deutscher Meister 6er Einrad – DM-Silber 6er Kunstrad – DM-Bronze  4er Einrad Frauen. Der 2er des RSV Volkertshausen, die Geschwister Knobelspies konnte sich mit Platz 3 in der Vorrunde den WM-Ersatzplatz und die Teilnahme am Final-Four sicheren. Im Finale musste die beiden jedoch mit dem undankbaren 4. Platz zufrieden sein. „Wir waren sehr gut vorbereitet nach Sulzbach gefahren“, so Aachs Cheftrainerin Katja Gaißer. „in den beiden Einrad-Disziplinen hatte die Konkurrenz sehr stark vorgelegt und dann sehr stark gekontert. Im 4er Einrad hat Aach die beste gemischte Mannschaft und die beste Frauenmannschaft Deutschlands. Im 4er Kunstrad gehören wir zu den vier besten Teams in Deutschland und im 6er Kunstrad hat es nicht ganz gereicht, das favorisierte Team aus Ebersheim zu schlagen. Ich bin mega Stolz auf diese Leistung meiner Sportler.“

Vize-Meister im 6er Kunstrad sowie Deutscher Meister und DM-Bronze im 4er Einrad

Der erste DM-Tag begann um die Mittagszeit mit dem Vize-Meistertitel im 6er Kunstrad. Ein Absteiger zwischen einer Übung sowie 100%-Abwertung für die letzte Übung, die nicht mehr innerhalb der 5 Minuten war, kosteten wertvolle Punkte. Am Ende mussten sich Yannick Gaißer, Jone Burow, Lena Andorinha, Franziska Bötzer, Natalie Grote und Hannah Elsässer mit ausgefahrenen 196,71 knapp dem favorisierten Sextett von Mainz-Ebersheim geschlagen geben. Diese waren an diesem Tag nicht so sattelfest wie zuletzt beim Deutschland-Cup, als sie einen neuen deutschen Rekord aufstellten. „Wir hätten uns nicht beklagen können“, so der Ebersheimer Trainer Oliver Schwarz, „wenn wir hinter Aach von der Fläche gingen.“ Mit 198,01 sollte der DM-Titel erneut nach Ebersheim gehen. Bronze holte Ebnat mit 149,85 Punkten. 

Dt. Vize-Meister 6er Kunstrad – Yannik, Jone, Hannha, Franziska, Natalie, Lena

Im 4er Einrad waren 17 Teams angetreten. Mehre Quartetts machten sich Hoffnungen auf eine Medaille. Nachdem Mörfelden 144,10 Punkte vorgelegt hatte, Rauen diese mit 139,1 nicht knacken konnte, sollte Aach 15 mit Hannah Elsäßer, Natalie Grote, Sarah Bötzer und Anika Meßmer mit 143,09, trotz perfekter Kür, diese ebenfalls nicht knacken können. Aach 14, als Titelverteidiger zeigte danach eine Kür mit sehr wenigen Abzügen. Mit 151,34 und neuem deutschen Rekord setzten sich Yannick Gaißer, Jone Burow, Lena Andorinha und Franziska Bötzer an die Spitze. Flonheim, das mit 158,7 die höchste Schwierigkeit eingereicht hatte, konnte dem nur 140,05 entgegensetzten und musste mit Platz 4 zufrieden sein. Somit erneuter Titelgewinn durch Aach 14 vor Mörfelden und Aach 15. 

Deutscher Meister im 6er Einrad und 4er Kunstrad offen am 2. DM-Tag 

Am 2. DM-Tag setzte der 6er Einrad die Aacher Erfolgsserie fort. Yannick Gaißer, Sarah Bötzer, Lena Andorinha, Franziska Bötzer, Natalie Grote und Hannah Elsässer waren als letzter Starter der acht qualifizierten Teams gefordert. Oberesslingen (126,98) und die beiden Teams auf Antrup-Wechte hatten 128,78 und 132,25 vorgelegt. Sie zeigten von Beginn bis zum Ende eine sehr sichere Kür. Bei 135,93 und Platz 1 blieb die Wertungsanzeige stehen. Somit Deutscher Meister vor den beiden Sextett aus Antrup-Wechte. Zur Siegerehrung erklang „We are the Champions“ von Queen. 

 Dt. Meister 6er Einrad  – Franziska, Yannick, Lena, Hannah, Natalie, Sarah
Dt. Meister + DM-Bronze 4er Einrad – Franziska, Anika, Lena, Natalie, Jone, Sarah, Yannick, Hannah

In der letzten Entscheidung, dem 4er Kunstrad der offenen Klasse, trug das Aacher Team mit Yannick Gaißer, Jone Burow, Lena Andorinha und Franziska Bötzer die Bürde des Favoriten. Alles letzter Starter in dieser Disziplin gingen die vier mit 228,75 von der Fläche, kamen als einziges Team ohne Absteiger durch und hatten so über 26 Punkte mehr rausgefahren als Steinhöring (205,55), das DM-Silber gewann. Die SG Worms-Rheindürkheim (147,4) komplettierte auf dem Bronzerang das Siegertreppchen. 

Dt. Meister 4er Kunstrad offen – Lena, Jone, Franzisa, Yannick

Im 2er Kunstrad der Frauen zählten Sara und Lisa Knobelsies (Volkertshausen) zu den möglichen Medaillenkandidaten. In der Vorrunde, die auch als 7 WM-Qualifikation zählte, fuhren sie 113,33 Punkte raus und belegten hinter Jodeleit/Schlüter (Knetterheide/133,22) und Mester/Osterhage (Liemer RC/Herford/118,63) Platz 3. Damit hatten die beiden auch den Platz im abendlichen Fina-Four gesichert. Dort eröffneten Hasmüller/Lichy (Magstadt/Denkendorf) das Finale mit 118,53 Punkten. Die Knobelspies Schwestern fuhren anschließend zu 114,49 Punkte. Ein kurzer Tipper beim Aufgang vom Kehrhang zum Kehrsteuerrohrsteiger kostete einen Punkt, der am Ende den Medaillentraum platzen ließ. Mester/Osterhage, die für die WM als zweites Paar nominiert sind, fuhr danach 115,08 raus. Und die Europameisterinnen Jodeleit/Schlüter holten sich mit 131,77 ihr erstes Deutsche Meister-Trikot. Erneut, wie in allen bisherigen German-Master in 2026 „nur“ Platz 4 für das Duo des RSV  Volkertshausen. „Wir hatten uns nach der super Vorrunde riesig gefreut, dass wir uns für das Finale der Top 4 qualifiziert haben“, so Lisa. „ein Highlight war auf jeden Fall die Sportlervorstellung und die Final-Atmosphäre. Wir konnten diesen genießen und waren zufrieden.“ „Dennoch sind wir um 0,59 Punkte am Treppchen vorbeigeschrammt, was natürlich sehr schade ist“, so Sara. „Wir freuen uns jetzt aber diese Saison beim UCI-Weltcup-Finale im November in Frankreich schön abrunden zu können. Wir arbeiten fleißig an neuen Übungen und freuen uns schon auf nächstes Jahr.“

 Lisa (unten) + Sara Knobelsies
v.l.n.r. (hinten) Jone Burow, Cheftrainerin Katja Gaißer, Yannick Gaißer – Mitte Lena Andorinha, Anika Meßmer, Franziska Bötzer vorne.  Natalie Grote, Hannah Elsässer, Sarah Bötzer

German-Masters-Finale im Kunstradsport (5.+6. WM-Qualifikation am 19.09.2026 in Tailfingen

Weltrekord durch Philipp-Thies Rapp (Tailfingen) und Lara Füller (Poppenweiler)

RMSV Aach fährt im 4er auf Platz 4 und gewinnt die Zwischenrunde / Geschwister Knobelspies fahren auf Platz 4 und gewinnen ebenfalls die Zwischenrunde

Hallenradsport (WS) Ein grandioses und geschichtsträchtiges German-Masters-Finale sollte es in der fast voll besetzten  Zollern-Alb-Halle von Albstadt geben. Die gesamte deutsche Elite und damit die Weltelite waren bei der 5. + 6. WM-Qualifikation am Start. Sah man tagsüber in WM-Quali-Runde 5, dass der ein oder andere Starter doch etwas nervöser war als sonst, so gab es in Runde 6 beim abendlichen Finale innerhalb von 30 Minuten gleich zwei neue Weltrekorde zu vermelden. Zuerst fuhr Lara Füller (Poppenweiler) mit 198,4 einen neuen Weltrekord im 1er Kunstrad und löste damit die seit 2021 von Milena Slupina (Bernlohe) gehaltenen Rekordmarke von 197,71 ab. Und anschließend setzte Philipp-Thies Rapp (Tailfingen) den grandiosen Schlusspunkt der diesjährigen German-Masters-Serie. Nach dem Salto vom Lenker standen 216,53 Punkte an der Anzeige. Groß der Jubel beim Publikum, Phillipp-Thies Rapp und Vereins- und Bundestrainer Dieter Maute über diese Leistung. Rapp toppt damit die bisher von Lukas Kohl (Kirchehrenbach) gehaltene Marke von 216,40 Punkten. Damit sicherten sich die beiden auch jeweils den Tagessieg und den Sieg in der Gesamtwertung. In den beiden 2er Disziplinen holten sich Lea-Victoria Styber/Nico Rödiger (Langenselbold) bzw. Kim-Leah Schlüter/Neele Jodeleit (Knetterheide) jeweils den Tagessieg und den Gesamt-Master-Sieg. Im 4er gewannen Annika Rosenbach, Stella Rosenbach, Milena Schwarz und Tijem Karatas vom RV Mainz-Ebersheim an diesem Tag beide Qualifikationen. Die in der WM-Zwischenwertung (nach 6 von 7 Qualis) haben ihr DM-Ticket bereits vorzeitig so gut wie gelöst. In den 1er und 2er Disziplinen erfolgt die Vergabe erst in der Vorrunde der Deutschen Hallenradsport-Meisterschaft am 25./26.o09.2026 in Sulzbach am Main. Ob nach der Absage der Hallenrad-WM in Derby/Großbritannien durch den Radsport-Weltverband UCI eine WM stattfinden wird, steht nach wie vor in den Sternen. „Wir von German-Cycling sind zuversichtlich, dass es eine Hallenrad-WM für Euch geben wird“, so Katharina Schwarz, Vize-Präsidentin Hallenrad bei German Cycling am Ende der Veranstaltung zu den Sportlern. „Im Hintergrund laufen bereits Gespräche, um einen Ersatzort zu finden. Wir hoffen, dass wir in 1 – 2 Wochen eine Lösung verkünden können.“ RMSV Aach mit Franziska Bötzer, Jone Burow, Lena Andorinha und Yannick Gaißer fahren im 4er auf Platz 4 und gewinnt die Zwischenrunde / Geschwister Knobelspies fahren im 2er auf Platz 4 und gewinnen ebenfalls die Zwischenrunde.

4er Kunstrad

Ein hochklassiges Starterfeld war im 4er Kunstrad am Start. Die fünf besten 4er Mannschaften Deutschlands aus den bisherigen 4 WM-Qualis waren auf der Schwäbischen Alb mit dabei. Die Europameisterinnen vom RV Mainz-Ebersheim setzten sich mit 246,28 Punkten durch und lösten so erneut das WM-ticket. Auch im Finale waren Annik Rosenbach, Stella Rosenbach, Milena Schwarz und Tijem Karats nicht zu schlagen. 244,97, der Tagessieg und damit das 6 Ergebnis über 241 Punkte in Folge. Dahinter ging es sehr knapp her. Auf Platz 2 fuhr in beiden Umläufen das Team aus Wiednitz, das von Wettkampf zu Wettkampf stärker wird. 236,7 und 235,15 die konstanten Ergebnisse. Neuenkirchen, die Nr. 3 an diesem Tag, erfuhr 236,22 und 234,17. Aach als Nr. 4 verpasste mit 234,17 den Finaleinzug. Ebenso Steinhöring, das mit 205,17 zufrieden sein musste. In der Zwischenrunde steigerte sich beide. Auf 238,25 für Aach und Steinhöring 219,93. Noch drei Quartetts haben die Chance auf den WM-Startplatz. Die beste Ausgangsposition jedoch besitzt Neuenkirchen vor Wiednitz und mit etwas Abstand Aach. Bei der DM in Sulzbach am Main wird dies in der Vorrunde entschieden. „Es war eine gute Leistung von den vier Sportlern“, zeigte sich Aachs Cheftrainerin Katja Gaißer zufrieden. „Die vier können das hohe Niveau halten. Kleinere Wackler kommen immer wieder vor, die von den Kampfrichtern auch gesehen wurde und zu Abzügen führten. Beim Start am Morgen gab es auch Prozentabzüge und in der Zwischenrunde war es eine solide Leistung, die im Finale für Platz 2 gereicht hätte. Somit sind wir zufrieden und hoffen, diese Leistungen auch am kommenden Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft in Sulzbach am Main abrufen können.“

 v.l.n.r. Yannick, Lena , Franziska und Jone

2er Kunstrad

Im 2er der Frauen sah man die Nervosität einigen deutlich an. Oder lag es an dem frühen Beginn? Die Programme wurden nicht immer so ruhig und sturzfrei vorgetragen, wie bei den beiden vorherigen Masters. Auch die Europameisterinnen Neele Jodeleit/Kim-Leah Schlüter (Knetterheide) waren nicht sattelfest. Mit 123,83 konnten sie ihr Potenzial nicht abrufen. Trotzdem sollte es für den Vorrundensieg reichen. Im Finale patzen sie bei beiden Lenkerstanddrehungen. Mit 119,02 gewannen sie dieses, fuhren jedoch ein Streichergebnis ein. Als Nr. 2 positionieren sich die Newcomer Lillith Mester/Mira-Sophie Osterhage (Liemer RC/Herford). 114,95 und 115,0 zeugen von einer soliden Leistung. Nr. 3 waren im Finale überraschend Anika Papok/Anna-Sophia von Schneyder (Lottstetten). In der Vorrunde platzte nach Minute 3.36 der Hinterreifen an ihrem Kunstrad. Nach dem Austausch des defekten Hinterrades, konnten die beiden am Ende der Disziplin ihr restliches Programm absolvieren. Der Restart klappte und mit 114,8 war der Finaleinzug geschafft. Mit 103,5 konnte die beiden im Finale ihr Ergebnis aus der Vorrunde nicht mehr wiederholen. Lisa + Sara Knobelspies (Volkertshausen/112,21) verpassten erneut mit Rang 4 den Finaleinzug. In der Zwischenrunde sicherten sich die Geschwister Knobelspies mit 113,57 wertvolle Punkte, um den WM-Ersatzplatz. „an sich hatten wir nach dem Einfahren ein echt gutes Gefühl und konnten dadurch auch befreit fahren“, so Lisa Knobelsies. „Mit den Ergebnissen sind wir zufrieden, obwohl die Handstände bisschen wackelig waren und es dafür Abzüge gab.“ „Leider konnten wir aufgrund von Schulterschmerzen nicht so intensiv üben, was sich dann auch im Programm bemerkbar machte“, ergänzt Sara Knobelspies. „Dennoch sind wir happy mit unseren Leistungen heute, da wir unseren Vorsprung Richtung WN-Ersatzteam weiter ausbauen konnten.“ Die direkten Konkurrentinnen fuhren 108,29 bzw,106,70 raus. Bereit am kommenden Wochenende steht mit dem Start an der Hallenrad-DM der nächste Wettkampf für die beiden vor der Tür.

 v.l.n.r. Sara und Lisa

Ergebnisliste: www.hallenradsport-daum.de

Deutschland-Cup/-Pokal am 12.09.2026 in Mönchengladbach

Weltrekord durch den 4er RV Kunstrad Mainz-Ebersheim + Deutscher Rekord im 6er Kunstrad durch den RV Mainz-Ebersheim

Alle Tickets für die Hallenrad-DM in Sulzbach am Main sind vergeben

UCI meldet die Absage der Hallenrad-WM in Derby / Großbritannien

Hallenradsport (WS) Auf der Anreise zum Deutschland-Cup/-Pokal in Mönchengladbach kam die Push-Nachricht der UCI: Die Hallenrad-WM vom 16.-18- Oktober 2026 in Derby/Großbritannien ist abgesagt. Nun hofft die Hallenradsport-Familie, dass sich doch noch ein Ausrichter in 2026 findet. Trotz dieser Meldung zeigten die Athleten bei den beiden WM-Qualifikations-Durchgängen (3+4.) im 4er Kunstrad sowie den DM-Halbfinals in den beiden Mannschaftsdisziplinen sowie den restlichen Startplätzen im 1er und 2er Kunstrad super Leistungen. Besonders im Finale um den Pokalsieg in den Mannschaftsdisziplinen überboten sich die Teams gegenseitig. „Was für ein spitzen Finale“ so Hallensprecher Yannick Lingen. „Gleich drei 4er Frauenteams fuhren über 245 Punkte raus.“ Der 4er Kunstrad des RV Mainz-Ebersheim mit Milena Schwarz, Tijem Karaas, Annika Rosenbach und Stella Rosenbach holte sich den Weltrekord, mit 247,85 Punkten bisher gehalten vom Team Kunstradfahren Uzwil, wieder zurück nach Deutschland. 249,71 Punkten, lautet nunmehr die Rekord-Marke. Und im 6er Kunstrad schraubten die vier Ebersheimer Sportlerinnen zusammen mit Melissa Schwarz und Svenja Kraus den Deutschen Rekord auf 228,12 hoch. Damit gewann Mainz-Ebersheim sowohl das 4er Kunstrad der Frauen als auch das 6er Kunstrad. Den Cup im 4er Kunstrad offen sicherte sich der RMSV Aach. Yannick Gaißer, Jone Burow, Franziska Bötzer und Lena Andorinha fuhren mit 237,55 Punkten auf Platz 1. In der WM-Zwischenwertung (4 von 7) führt Mainz-Ebersheim (987,10) vor Neuenkirchen (957,67) Aach (946,51), Wiednitz (908,97) und Steinhöring (804,30). 

Vorrunde

In der Vorrunde wurden die DM-Tickets vergeben. Im 4er der offen Klasse gewann der RMSV Aach (228,87), trotz einiger Wackler und Prozentabzügen aufgrund nicht ganz regelkonformer Ausführung, aber ohne Absteiger vor der SG Worms/Rheindürkheim (193,52) und Steinhöring (191,48). Dahinter klaffte eine größere Lücke. Im 4er der Frauen war der RV Mainz-Ebersheim (245,96) das stärkste Team. Mit etwas Abstand folgte RV Neuenkirchen (231,29) und RfV Wiednitz (197,51). Und im 6er Kunstrad duellierten sich die beiden favorisierten Teams. Es gewann der RMSV Aach (210,26) vor RV Mainz-Ebersheim (200,63) und Neuenkirchen (169,55). 

CUP-Finale

Im abendlichen Finale wurden die Karten neu gemischt. Alle Mannschaften begannen bei 0. Den Auftakt macht der 4er Kunstrad offen. Alle drei Teams konnten sich gegenüber der Vorrunde nochmals steigern. Worms-Rheindürkheim eröffnet mit 196,37 das Finale. Steinhöring konterte mit 209,94. Dann folgte Aach. Die vier hatten sich viel vorgenommen und zeigten bis zur zweitletzten Übung, der Doppeltorfahrt Steiger rückwärts eine perfekte und sehr ruhig Kür. Sie waren auf dem Weg zu einer Punktzahl deutlich über der 240er Marke war. Dann passierte es. Die Torfahrerin touchiert das fahrende Tor. Absteiger + Prozentabzüge kostete wertvolle Punkte für die WM-Wertung. Sehr stark war der Applaus für diese Leistung, in der mit vielen anwesenden Deutschen Mannschafts-Kunstrad-Meistern besetzten Halle. Mit 237,55 sollte trotzdem der CUP-Sieg bedeuten.

Direkt im Anschluss zeigten die 4er Frauen ihr Können und sie zeigten 4er Kunstrad auf Spitzen-Niveau. Neunkirchen 3 fuhr für die WM-Wertung außer Konkurrenz zu 192,93 Punkten. Wiednitz konnte danach das ganze Können perfekt abrufen und legte gleich mit 246,77 vor. Für Neuenkirchen 2 reichte es im Anschluss „nur“ zu 245,85 Punkten. Dann die Europameisterinnen, die unter Druck bisher immer noch zulegen konnten. Sie toppten die beiden Vorgaben mit einem neuen Weltrekord von 249,71 Punkten. „So stark wie heute habe ich alle vier kader-Mannschaften an einem Wettkampf noch nie gesehen“, so Katharina Gülich, die Nationaltrainerin der 4er Mannschaften. 

Und im 6er Kunstrad folgte als letzter Act ein neuer Deutsche Rekord. Neunkirchen steigerte sich auf 176,25. Aach im Anschluss leistet sich zwei Absteiger. Besonders heftig war der Absteiger in der Gegen-Quer-Acht. Die Sportlerin blieb am Boden liegen und das Programm musste unterbrochen werden. Nach etwa  5 Minuten konnte das Team die Kür fortsetzten. Trotz der Unterbrechung konnten sie den Rest perfekt durchziehen und blieben mit 209,0 nur knapp unter dem Vorrunden-Ergebnis. Mainz-Ebersheim erhöhte im Finale die Schwierigkeit auf 231,6 Punkte. Sie brachten diese Punktzahl mit minimalen Abzügen durch. Am Ende waren es 228,17 und eine Verbesserung des bisher selbst gehaltenen Deutschen Rekord. „Das war schon heftig für die Sportler, dass sie sowohl im 4er als auch im 6er im Finale nicht fehlerfrei blieben“, so Cheftrainerin Katja Gaißer. „Sie hatten sich nach den guten Trainingsleistungen mehr erhofft und waren natürlich enttäuscht. Fehler sind in unserer Sportart innerhalb der 5 Minuten nicht mehr gutzumachen.“

Das Team in Mönchengladbach. (hinten) Hannah Elsässer, Cheftrainerin Katja Gaißer, Natalie Grote (vorne) Yannick Gaißer, Jone Bruow, Lena Andorinha, Franziska Bötzer

Ergebnisliste: www.hallenradsport-daum.de

UCI-Meldung zur WM-Absage: www.uci.org

Bundes-Pokal im Einrad und WM-Qualifikation im 4er Kunstrad in Schwanewede-Neuenkirchen

Aach gewinnt Bundes-Pokal im 4er Einrad und 6er Einrad

Aach liegt im 4er Kunstrad in der WM-Qualifikation hinter
Mainz-Ebersheim + Neuenkirchen auf Platz 3

Kunstradsport (WS). Die weite Reise von rd. 800 KM in den Norden Deutschlands hat sich für die Einrad Sportler vom RMSV Aach gelohnt. In Schwanewede-Neuenkirchen (bei Bremen) fand am 29.08.2026 der Bundes-Pokal im Einrad sowie die ersten beiden WM-Qualifikationen im Kunstrad statt. Der RMSV Aach war mit drei Einrad-sowie einer 4er Kunstrad-Mannschaften dabei und kehrte nach 2022, 2023, 2024 und 2025 erneut mit den Bundes-Pokal-Siegen im 4er Einrad durch Franziska Bötzer, Lena Andorinha, Jone Burow, Yannick Gaißer sowie im 6er Einrad durch Natalie Grote, Franziska Bötzer, Sarah Bötzer. Lena Andorinha, Hannah Elsässer und Yannick Gaißer am späten Sonntag-Nachmittag zurück. Damit gelingt dem RMSV Aach erneut der doppelte Bundes-Pokal-Hattrick. Die 2. Aacher 4er Einrad mit Hannah Elsässer, Natalie Grote, Annika Meßmer, Sarah Bötzer verpasste in der Vorrunde ganz knapp die Teilnahme am abendlichen Finale der besten Drei und landete damit auf dem undankbaren 4. Platz. In der WM-Qualifikation im 4er Kunstrad um das deutsche WM-Ticket für die Hallenrad-WM in Derby/Großbritannien liegen Franziska Bötzer, Lena Andorinha, Jone Burow und Yannick Gaißer nach den ersten beide Qualis (von insgesamt 7) mit 480,09 Punkten auf Rang 3. In Führung liegen die Europameisterinnen aus Mainz-Ebersheim (491,43) vor Neuenkirchen (480,53), Aach, Wiednitz (464,69), Mainz-Ebersheim 2 (410,10) und Steinhöring (402,88) sowie Neuenkirchen 2 (366,98). Die WM-Ausscheidung im 4er Kunstrad um das deutsche WM-Ticket verspricht in diesem Jahr Spannung pur. „Das war heute schon Weltklasse, was wir von den Mannschaften gesehen haben“, so Ex-Vize-Weltmeister und Hallensprecher Max Maute nach dem 4er Kunstrad-Finale. 

4er Einrad Aach
4er Kunstrad Aach

Bereits in der Vorrunde der 22 angetretenen 4er Einrad kristallisierten sich die drei Finalteilnehmer erst gegen Ende dieser Mammut-Disziplin heraus. 20 Quartetts hatten zwischen 141,8 und 158,7 Punkten aufgestellt. Schnell trennt sich die Spreu vom Weizen. Flonheim hatte die meisten Punkte eingegeben. Mörfelden legte 139,78 vor das von Rauen mit 141,68 überboten wurde. Mit 140,39 reihte sich Aach 2 zwischen diesen beiden ein. Aach 1, die Deutschen Meister fuhren mit 146,1 ins Finale, während Flonheim im Anschluss mit 145,37 folgte. Die Mannschaften pushten sich gegenseitig zu Höchstleistungen. Das Finale wurde von Gastgeber Neuenkirchen, mit Wildcard am Start, mit 133,57 eröffnet. Diese wurde von Rauen mit 137,21 überboten. Aach fuhr mit 148,52 zu einer neuen persönlichen Bestleistung. Mit 147,09 konnte Flonheim diese Vorlage nicht mehr überbieten. Steinhöring legte gleich 131,02 vor. Neuenkirchen, als Gastgeber mit einer Wildcard im Finale, kam. Damit erneuter Pokalsieg für Aach vor Flonheim und Rauen. 

6er Einrad Aach

Im 6er Einrad hatten die gestarteten 8 Mannschaften, sich aufgrund der 8 Startplätzen bereits sicher für die Hallenrad-DM qualifiziert. Der stärkste 6er kam sowohl in der Vorrunde (134,5) als auch im Finale (136,57) vom RMSV Aach. Dahinter fuhr wie im Vorjahr Teuto Antrup Wechte (133,22) mit ins Finale. Überraschend zog auch Herzogenaurach (132,19) mit ins Finale. Beide Teams konnten die Leistungen aus der Vorrunde nicht mehr überbieten. Antrup-Wechte (131,96) fuhr auf Platz 2, während Herzogenaurach (101,03) den im Vorfeld nicht erwarteten 3. Platz belegte. „Das war heute schon stark, was die Sportler heute im Einrad gezeigt haben“, so eine zufriedene Aacher Cheftrainerin Katja Gaißer. „Besonders im 4er war das stark, nachdem die Top-Mannschaften sehr hohe Punkte vorgelegt hatte. Schade, dass unser zweiter 4er um 1,29 Punkte das Finale verpasst haben. Alle drei Einrad-Mannschaften konnten sich damit für die DM qualifizieren.“

hinten: (v.l.n.r) Hannah Elsässer, Sarah Bötzer, Natalie Gote .- vorne: Yannick Gaißer, Lena Andorinha, Cheftrainerin Katja Gaißer, Anika Meßmer, Franziska Bötzer, Jone Burow

Gleichzeitig wurden auch die ersten beiden -von insgesamt sieben- WM-Qualifikation im 4er Kunstrad um das deutsche WM-Ticket ausgefahren. 8 Mannschaften bewarben sich um dieses und die kommenden weiteren WM-Qualifikationen, denn nur die Besten 5 dürfen ab der 5. Ausscheidung beim 3. German-Masters in Tailfingen am 19.09.2026 an den Start gehen. In beiden Umläufen waren die Europameisterinnen vom RV Mainz-Ebersheim mit 241,98 und 249,45 am stärksten. Dahinter platzierte sich Neuenkirchen mit 234,38 bzw. 246,14. Hatte der Aacher 4er in der ersten Runde noch mit 241,48 und neuer Bestleistung geglänzt, so unterlief den vier Sportlern bei der neuen Übung „Innenring um 1 mit Drehungen“, ein kleiner Fehler, sodass dieser am Ende nicht rechtzeitig geschlossen werden konnte. Nur 238,61 Punkte. „Sie haben damit einen Absteiger vermieden, aber die Prozentabwertung kostete wertvolle Punkte“, so Katja Gaißer. „Trotzdem bin ich richtig stolz auf die Leistungen aller meiner Sportler. Das war so nicht vorauszusehen.“ Die nächsten beiden WM-Qualifikationen finden im Rahmen des Deutschland-CUP am 12. September 2026 in Mönchengladbach statt.

Ergebnisse: www.hallenradsport-daum.de