German-Masters-Finale im Kunstradsport (5.+6. WM-Qualifikation am 19.09.2026 in Tailfingen

Weltrekord durch Philipp-Thies Rapp (Tailfingen) und Lara Füller (Poppenweiler)

RMSV Aach fährt im 4er auf Platz 4 und gewinnt die Zwischenrunde / Geschwister Knobelspies fahren auf Platz 4 und gewinnen ebenfalls die Zwischenrunde

Hallenradsport (WS) Ein grandioses und geschichtsträchtiges German-Masters-Finale sollte es in der fast voll besetzten  Zollern-Alb-Halle von Albstadt geben. Die gesamte deutsche Elite und damit die Weltelite waren bei der 5. + 6. WM-Qualifikation am Start. Sah man tagsüber in WM-Quali-Runde 5, dass der ein oder andere Starter doch etwas nervöser war als sonst, so gab es in Runde 6 beim abendlichen Finale innerhalb von 30 Minuten gleich zwei neue Weltrekorde zu vermelden. Zuerst fuhr Lara Füller (Poppenweiler) mit 198,4 einen neuen Weltrekord im 1er Kunstrad und löste damit die seit 2021 von Milena Slupina (Bernlohe) gehaltenen Rekordmarke von 197,71 ab. Und anschließend setzte Philipp-Thies Rapp (Tailfingen) den grandiosen Schlusspunkt der diesjährigen German-Masters-Serie. Nach dem Salto vom Lenker standen 216,53 Punkte an der Anzeige. Groß der Jubel beim Publikum, Phillipp-Thies Rapp und Vereins- und Bundestrainer Dieter Maute über diese Leistung. Rapp toppt damit die bisher von Lukas Kohl (Kirchehrenbach) gehaltene Marke von 216,40 Punkten. Damit sicherten sich die beiden auch jeweils den Tagessieg und den Sieg in der Gesamtwertung. In den beiden 2er Disziplinen holten sich Lea-Victoria Styber/Nico Rödiger (Langenselbold) bzw. Kim-Leah Schlüter/Neele Jodeleit (Knetterheide) jeweils den Tagessieg und den Gesamt-Master-Sieg. Im 4er gewannen Annika Rosenbach, Stella Rosenbach, Milena Schwarz und Tijem Karatas vom RV Mainz-Ebersheim an diesem Tag beide Qualifikationen. Die in der WM-Zwischenwertung (nach 6 von 7 Qualis) haben ihr DM-Ticket bereits vorzeitig so gut wie gelöst. In den 1er und 2er Disziplinen erfolgt die Vergabe erst in der Vorrunde der Deutschen Hallenradsport-Meisterschaft am 25./26.o09.2026 in Sulzbach am Main. Ob nach der Absage der Hallenrad-WM in Derby/Großbritannien durch den Radsport-Weltverband UCI eine WM stattfinden wird, steht nach wie vor in den Sternen. „Wir von German-Cycling sind zuversichtlich, dass es eine Hallenrad-WM für Euch geben wird“, so Katharina Schwarz, Vize-Präsidentin Hallenrad bei German Cycling am Ende der Veranstaltung zu den Sportlern. „Im Hintergrund laufen bereits Gespräche, um einen Ersatzort zu finden. Wir hoffen, dass wir in 1 – 2 Wochen eine Lösung verkünden können.“ RMSV Aach mit Franziska Bötzer, Jone Burow, Lena Andorinha und Yannick Gaißer fahren im 4er auf Platz 4 und gewinnt die Zwischenrunde / Geschwister Knobelspies fahren im 2er auf Platz 4 und gewinnen ebenfalls die Zwischenrunde.

4er Kunstrad

Ein hochklassiges Starterfeld war im 4er Kunstrad am Start. Die fünf besten 4er Mannschaften Deutschlands aus den bisherigen 4 WM-Qualis waren auf der Schwäbischen Alb mit dabei. Die Europameisterinnen vom RV Mainz-Ebersheim setzten sich mit 246,28 Punkten durch und lösten so erneut das WM-ticket. Auch im Finale waren Annik Rosenbach, Stella Rosenbach, Milena Schwarz und Tijem Karats nicht zu schlagen. 244,97, der Tagessieg und damit das 6 Ergebnis über 241 Punkte in Folge. Dahinter ging es sehr knapp her. Auf Platz 2 fuhr in beiden Umläufen das Team aus Wiednitz, das von Wettkampf zu Wettkampf stärker wird. 236,7 und 235,15 die konstanten Ergebnisse. Neuenkirchen, die Nr. 3 an diesem Tag, erfuhr 236,22 und 234,17. Aach als Nr. 4 verpasste mit 234,17 den Finaleinzug. Ebenso Steinhöring, das mit 205,17 zufrieden sein musste. In der Zwischenrunde steigerte sich beide. Auf 238,25 für Aach und Steinhöring 219,93. Noch drei Quartetts haben die Chance auf den WM-Startplatz. Die beste Ausgangsposition jedoch besitzt Neuenkirchen vor Wiednitz und mit etwas Abstand Aach. Bei der DM in Sulzbach am Main wird dies in der Vorrunde entschieden. „Es war eine gute Leistung von den vier Sportlern“, zeigte sich Aachs Cheftrainerin Katja Gaißer zufrieden. „Die vier können das hohe Niveau halten. Kleinere Wackler kommen immer wieder vor, die von den Kampfrichtern auch gesehen wurde und zu Abzügen führten. Beim Start am Morgen gab es auch Prozentabzüge und in der Zwischenrunde war es eine solide Leistung, die im Finale für Platz 2 gereicht hätte. Somit sind wir zufrieden und hoffen, diese Leistungen auch am kommenden Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft in Sulzbach am Main abrufen können.“

 v.l.n.r. Yannick, Lena , Franziska und Jone

2er Kunstrad

Im 2er der Frauen sah man die Nervosität einigen deutlich an. Oder lag es an dem frühen Beginn? Die Programme wurden nicht immer so ruhig und sturzfrei vorgetragen, wie bei den beiden vorherigen Masters. Auch die Europameisterinnen Neele Jodeleit/Kim-Leah Schlüter (Knetterheide) waren nicht sattelfest. Mit 123,83 konnten sie ihr Potenzial nicht abrufen. Trotzdem sollte es für den Vorrundensieg reichen. Im Finale patzen sie bei beiden Lenkerstanddrehungen. Mit 119,02 gewannen sie dieses, fuhren jedoch ein Streichergebnis ein. Als Nr. 2 positionieren sich die Newcomer Lillith Mester/Mira-Sophie Osterhage (Liemer RC/Herford). 114,95 und 115,0 zeugen von einer soliden Leistung. Nr. 3 waren im Finale überraschend Anika Papok/Anna-Sophia von Schneyder (Lottstetten). In der Vorrunde platzte nach Minute 3.36 der Hinterreifen an ihrem Kunstrad. Nach dem Austausch des defekten Hinterrades, konnten die beiden am Ende der Disziplin ihr restliches Programm absolvieren. Der Restart klappte und mit 114,8 war der Finaleinzug geschafft. Mit 103,5 konnte die beiden im Finale ihr Ergebnis aus der Vorrunde nicht mehr wiederholen. Lisa + Sara Knobelspies (Volkertshausen/112,21) verpassten erneut mit Rang 4 den Finaleinzug. In der Zwischenrunde sicherten sich die Geschwister Knobelspies mit 113,57 wertvolle Punkte, um den WM-Ersatzplatz. „an sich hatten wir nach dem Einfahren ein echt gutes Gefühl und konnten dadurch auch befreit fahren“, so Lisa Knobelsies. „Mit den Ergebnissen sind wir zufrieden, obwohl die Handstände bisschen wackelig waren und es dafür Abzüge gab.“ „Leider konnten wir aufgrund von Schulterschmerzen nicht so intensiv üben, was sich dann auch im Programm bemerkbar machte“, ergänzt Sara Knobelspies. „Dennoch sind wir happy mit unseren Leistungen heute, da wir unseren Vorsprung Richtung WN-Ersatzteam weiter ausbauen konnten.“ Die direkten Konkurrentinnen fuhren 108,29 bzw,106,70 raus. Bereit am kommenden Wochenende steht mit dem Start an der Hallenrad-DM der nächste Wettkampf für die beiden vor der Tür.

 v.l.n.r. Sara und Lisa

Ergebnisliste: www.hallenradsport-daum.de