Weltrekord durch den 4er RV Kunstrad Mainz-Ebersheim + Deutscher Rekord im 6er Kunstrad durch den RV Mainz-Ebersheim
Alle Tickets für die Hallenrad-DM in Sulzbach am Main sind vergeben
UCI meldet die Absage der Hallenrad-WM in Derby / Großbritannien
Hallenradsport (WS) Auf der Anreise zum Deutschland-Cup/-Pokal in Mönchengladbach kam die Push-Nachricht der UCI: Die Hallenrad-WM vom 16.-18- Oktober 2026 in Derby/Großbritannien ist abgesagt. Nun hofft die Hallenradsport-Familie, dass sich doch noch ein Ausrichter in 2026 findet. Trotz dieser Meldung zeigten die Athleten bei den beiden WM-Qualifikations-Durchgängen (3+4.) im 4er Kunstrad sowie den DM-Halbfinals in den beiden Mannschaftsdisziplinen sowie den restlichen Startplätzen im 1er und 2er Kunstrad super Leistungen. Besonders im Finale um den Pokalsieg in den Mannschaftsdisziplinen überboten sich die Teams gegenseitig. „Was für ein spitzen Finale“ so Hallensprecher Yannick Lingen. „Gleich drei 4er Frauenteams fuhren über 245 Punkte raus.“ Der 4er Kunstrad des RV Mainz-Ebersheim mit Milena Schwarz, Tijem Karaas, Annika Rosenbach und Stella Rosenbach holte sich den Weltrekord, mit 247,85 Punkten bisher gehalten vom Team Kunstradfahren Uzwil, wieder zurück nach Deutschland. 249,71 Punkten, lautet nunmehr die Rekord-Marke. Und im 6er Kunstrad schraubten die vier Ebersheimer Sportlerinnen zusammen mit Melissa Schwarz und Svenja Kraus den Deutschen Rekord auf 228,12 hoch. Damit gewann Mainz-Ebersheim sowohl das 4er Kunstrad der Frauen als auch das 6er Kunstrad. Den Cup im 4er Kunstrad offen sicherte sich der RMSV Aach. Yannick Gaißer, Jone Burow, Franziska Bötzer und Lena Andorinha fuhren mit 237,55 Punkten auf Platz 1. In der WM-Zwischenwertung (4 von 7) führt Mainz-Ebersheim (987,10) vor Neuenkirchen (957,67) Aach (946,51), Wiednitz (908,97) und Steinhöring (804,30).
Vorrunde
In der Vorrunde wurden die DM-Tickets vergeben. Im 4er der offen Klasse gewann der RMSV Aach (228,87), trotz einiger Wackler und Prozentabzügen aufgrund nicht ganz regelkonformer Ausführung, aber ohne Absteiger vor der SG Worms/Rheindürkheim (193,52) und Steinhöring (191,48). Dahinter klaffte eine größere Lücke. Im 4er der Frauen war der RV Mainz-Ebersheim (245,96) das stärkste Team. Mit etwas Abstand folgte RV Neuenkirchen (231,29) und RfV Wiednitz (197,51). Und im 6er Kunstrad duellierten sich die beiden favorisierten Teams. Es gewann der RMSV Aach (210,26) vor RV Mainz-Ebersheim (200,63) und Neuenkirchen (169,55).

CUP-Finale
Im abendlichen Finale wurden die Karten neu gemischt. Alle Mannschaften begannen bei 0. Den Auftakt macht der 4er Kunstrad offen. Alle drei Teams konnten sich gegenüber der Vorrunde nochmals steigern. Worms-Rheindürkheim eröffnet mit 196,37 das Finale. Steinhöring konterte mit 209,94. Dann folgte Aach. Die vier hatten sich viel vorgenommen und zeigten bis zur zweitletzten Übung, der Doppeltorfahrt Steiger rückwärts eine perfekte und sehr ruhig Kür. Sie waren auf dem Weg zu einer Punktzahl deutlich über der 240er Marke war. Dann passierte es. Die Torfahrerin touchiert das fahrende Tor. Absteiger + Prozentabzüge kostete wertvolle Punkte für die WM-Wertung. Sehr stark war der Applaus für diese Leistung, in der mit vielen anwesenden Deutschen Mannschafts-Kunstrad-Meistern besetzten Halle. Mit 237,55 sollte trotzdem der CUP-Sieg bedeuten.
Direkt im Anschluss zeigten die 4er Frauen ihr Können und sie zeigten 4er Kunstrad auf Spitzen-Niveau. Neunkirchen 3 fuhr für die WM-Wertung außer Konkurrenz zu 192,93 Punkten. Wiednitz konnte danach das ganze Können perfekt abrufen und legte gleich mit 246,77 vor. Für Neuenkirchen 2 reichte es im Anschluss „nur“ zu 245,85 Punkten. Dann die Europameisterinnen, die unter Druck bisher immer noch zulegen konnten. Sie toppten die beiden Vorgaben mit einem neuen Weltrekord von 249,71 Punkten. „So stark wie heute habe ich alle vier kader-Mannschaften an einem Wettkampf noch nie gesehen“, so Katharina Gülich, die Nationaltrainerin der 4er Mannschaften.

Und im 6er Kunstrad folgte als letzter Act ein neuer Deutsche Rekord. Neunkirchen steigerte sich auf 176,25. Aach im Anschluss leistet sich zwei Absteiger. Besonders heftig war der Absteiger in der Gegen-Quer-Acht. Die Sportlerin blieb am Boden liegen und das Programm musste unterbrochen werden. Nach etwa 5 Minuten konnte das Team die Kür fortsetzten. Trotz der Unterbrechung konnten sie den Rest perfekt durchziehen und blieben mit 209,0 nur knapp unter dem Vorrunden-Ergebnis. Mainz-Ebersheim erhöhte im Finale die Schwierigkeit auf 231,6 Punkte. Sie brachten diese Punktzahl mit minimalen Abzügen durch. Am Ende waren es 228,17 und eine Verbesserung des bisher selbst gehaltenen Deutschen Rekord. „Das war schon heftig für die Sportler, dass sie sowohl im 4er als auch im 6er im Finale nicht fehlerfrei blieben“, so Cheftrainerin Katja Gaißer. „Sie hatten sich nach den guten Trainingsleistungen mehr erhofft und waren natürlich enttäuscht. Fehler sind in unserer Sportart innerhalb der 5 Minuten nicht mehr gutzumachen.“



Ergebnisliste: www.hallenradsport-daum.de
UCI-Meldung zur WM-Absage: www.uci.org