UCI-Kunstrad-Weltcup in Vac – Ungarn

4er Aach fährt auf Platz 2 hinter Neuenkirchen Geschwister

Knobelspies müssen sich nur den Europameisterinnen geschlagen geben

Hallenradsport (WS) In Vac / Ungarn (35 Km östlich von Budapest fand die 2 Runde der diesjährigen 4-teiligen UC_Kunstrad-Weltcup-Serie statt. Nach Nesvady (Slowakei) im Februar, war der Weltcup erneut in Ost-Europa zu Gast. Die Anreise der Sportler war individuell. Einige reisten mit dem Flieger an, andere nahmen einen mehrstündige An- und Rückreise mit dem Auto in kauf. „Die Athleten aus Ost-Europa haben sonst immer diese weiten Wege vor sich, nunmehr müssen wir diese langen Reisen zu den Weltcups in Kauf nehmen“, so die Meinungen der Deutschen Sportler. „Und es hat sich gelohnt, denn die Veranstaltung war perfekt organisiert. Und das in einer klimatisierten Hallen, von der wir derzeit nur träumen können.“. Die Wettkampfserie besteht aus 3 Vorrunden und einem Finale mit den besten 10 je Disziplin. Bereits zum 2. Mal an einem Weltcup waren Sara und Lisa Knobelspies (Volkertshausen) am Start. Sie mussten sich nur den Europameisterinnen Kim-Lea Schlüter / Neele Joedeleit (Knetterheide) geschlagen geben. In der Zwischenwertung liegen sie mit 160 Weltcup-Punkten ebenfalls auf Platz 2. Zum ersten Mal nahm der 4er Kunstrad des RMSV Aach mit Franziska Bötzer, Lena Andorinha, Jone Burow und Yannick Gaißer teil. Sie fuhren hinter dem Teams aus Neuenkirchen (bei Bremen) auf Platz 2 und bekamen dafür 80 Weltcup-Punkte gutgeschrieben. In der WC-Zwischenwertung führt Neuenkirchen mit 180 Punkten vor Uzwil/Schweiz. Die weiteren Weltcup-Sieger in Vac: 1er Frauen: Ramona Dandl (Bruckmühl) – 1er Männer: Philipp-Thies Rapp (Tailfingen) – 2er Kunstrad offen: Nico Rödiger / Lea-Victoria Styber (Langenselbold)

Im 2er Kunstrad traten Lisa und Sara Knobelspies mit neuer Schwierigkeit von 131,4 an. Nachdem das Schweizer Paare Julia Stähli/Tanisha Tanner (Amriswil/112,65) vorgelegt hatte, mussten die Knobelspies-Schwestern ihre Kür absolvieren, Es klappte nahezu perfekt. Auch die neue Übung wurde gekonnt gemeistert. Am Ende blickten sowohl Sara als auch Lisa gespannt auf die Anzeigetafel. 112,8 stand an der Anzeige. Noch war es Platz 1 mit einem minimalen Vorsprung von 0,15 Punkten. Würde das für die Führung reichen? Denn noch war das Ergebnis von den Kampfrichtern bestätigt. Sie konnten noch Änderungen vornehmen. Nach bangen Sekunden erschien die Anzeige in Gelb. Damit war die Punktzahl bestätigt und die beiden übernahmen die Führung und Platz auf den Leader-Stühlen. Die Schweizer Meisterinnen Larissa Tanner/Simona Lucca (Stäfa-Dürneten/105,65) konnten danach die Punktzahl nicht überbieten. Nur die Kim-Leah Schlüter / Neele Jodeleit, die rd. 20 Punkte mehr als die Knobelspies-Schwestern eingereicht hatten, fuhren mit ausgefahren 132,73 Punkten zu ihrem 2. Weltcup-Sieg.

Die nächsten Disziplin war das 4er Kunstrad. Nach den 1.000 KM-Anreise mit dem Auto hatten die 4 Sportler den Parkett-Hallenboden erfolgreich testet werden. Das letzten Training in den Morgenstunden des Wettkampftages verlief gut und so hofften alle auf einen Sturz-freien Wettkampf am Nachmittag. Im Vorfeld wussten die vier bereits, dass es aufgrund von Umstellungen beim Radmaterial gut laufen könnte, aber auch durchaus der ein oder andere Absteiger passieren kann. Kisvarda /Ungarn (63,32) sowie die beiden Schweizer Mannschaften aus Uzwil hatte 141,12 bzw. 190,82 Punkte vorgelegt. Die ersten drei Übungen passten perfekt, doch bei der Querwechselrunde saß eine Sportlerin plötzlich auf dem Boden. Bis sie wieder auf dem Rad saß und das Programm fortgesetzt werden konnten, verging viel Zeit und verursachte eine 100 % Abwertung. Die Vier fingen sich sogleich wieder, doch bei der gleichzeitigen Gegentorfahrt-Mühle passte die Abstimmung nicht, sodass weitere wertvolle Zeit verging. Es waren nach dem frühen Absteiger keine weiteren groben Patzer zu verzeichnen und die Übungen wurden perfekt gezeigt. Doch am Ende passten die beiden letzten Übungen nicht mehr in die 5-minütigen Vorgabe, sodass diese mit 100 % Abwertung bewertet wurden. Weitere knapp 20 Punkte fielen somit raus. Am Ende standen 196,08 an der Anzeige. Die Enttäuschung bei den Sportlern war deutlich zu erkennen. Neuenkirchen hatte anschließend keine Probleme und zog das Programm ohne Absteiger durch. Mit 223,50 Punkten sicherten sie sich so den 1. Weltcup-Sieg vor Aach und Uzwil. Cheftrainerin Katja Gaißer verfolgte den Wettkampf zu Hause am Livestream. „Die 3 Übungen haben insgesamt rd. 30 Punkte und damit den möglichen WC-Sieg gekostet“, so ihr Feedback an ihre Sportler. „Dass es aktuell noch nicht perfekt läuft, dass wussten wir. Aus den gemachten Fehlern lernen und weiterhin an der Sicherheit arbeiten, dann kann das im Herbst, wenn die DM- bzw. WM-Qualifikationen terminiert sind, was werden.“

Ergebnisse: www.hallenrad.de