Team-Deutschland für Amorbach ist gefunden
Aacher 4er ist EM-Ersatzteam
Geschwister Knobelspies lösen EM-Ticket
Kunstradsport (WS) In der Töngeshalle von Mainz-Ebersheim suchte German-Cycling das Team für die UEC-Europameisterschaft im Hallenradsport, die am 05./06. Juni 2026 in Amorbach / Odenwald über die Bühnen gehen wird. Die EM-Qualifikation wurde in einem besonderen Format ausgetragen. Nach der Vorrunde kamen die Top Vier im 1er/2er bzw. die Top-Zwei im 4er weiter, im Finale am Abend wartet dann aber eine K.o.-Runde. Dabei trat der Vorrunden-Sieger gegen den Vierten an sowie der Zweite gegen den Dritten. Die Gewinner der beiden direkten KO-Duelle in den 1er/2er Disziplinen bzw. der Sieger im Duell der 4er lösten das EM-Ticket. „Danke an den gesamten RV Mainz-Ebersheim, dass er diese EM-Quali übernommen habt“, so der GC-Kunstrad-Koordinator Kurt-Jürgen Daum und RKB-Vertreterin Corinna Dorn bei der Geschenkübergabe an die Gastgeber kurz vor Beginn der KO-Finals. „Wir sehen hier Hochleistungssport mit viel Spannung.“ „Ich finde es eigentlich gar nicht schlecht, mal einen anderen Modus zu haben“, betont Bundestrainer Dieter Maute im Vorfeld „In der Regel werden sich trotzdem die beiden Gesamtbesten durchsetzen.“ Und so sollte es auch kommen. Angeführt von den Weltmeistern Philipp-Thies Rapp (Tailfingen), Jana Pfann (Bruckmühl), Lea-Victoria Styber/Nico Rödiger (Langenselbold) werden für Deutschland an der Heim-EM im Odenwald folgende weiteren Sportler/innen starten: Simon Halter (Erlenbach), Lara Füller (Poppenweiler), Patrick Tisch/Julia Hämmerli (Magstadt), Kim-Leah Schlüter/Nele Jodeleit (Knetterheide), Lisa und Sara Knobelspies (Volkertshausen) und der 4er des RV Mainz-Ebersheim mit Tijem Karatas, Annika Rosenbach, Stella Rosenbach und Milena Schwarz.

In den KO-Duellen war viel Spannung drin. Die EM-Tickets Nr. 3 und 4 wurden im 2er Kunstrad der Frauen vergeben. Hier setzten sich in der Vorrunde wie erwartet Kim-Leah Schlüter/Nele Jodeleit (197,34). Als Nr. 2 fuhren Lisa und Sara Knobelspies (101,85) in die Finals. Daneben folgten ins Finale, Sabine Tausch/Katharina Hupfauer (Pullach/94,6) und Annika Feldkämper/Anais Lindenberg (Mühlheim/93,68). Im Duell 1 gegen 4 setzte sich Jodeleit/Schlüter souverän mit 130,74 zu 98,00 durch. Und im Duell 2 gegen 3 waren die Geschwister Knobelspies mit 111,91 zu 88,57 vorne. Gegenüber der Vorrunde hatten Lisa und Sara die Schwierigkeit von 122,8 auf 117,2 Punkte reduziert. Das sollte sich auszahlen, denn mit 111,91 fuhren sie nicht nur zum EM-Ticket, sondern fuhren auch zu einer neuen Bestleistung. „Das wir an der EM dabei sind fühlt sich gut an“, so die beiden Sportlerinnen nach der Kür. „Wir hatten es schon gehofft. Dass die Konkurrenz stark sein wird und wir alles geben mussten, um dabei zu sein, das wussten wir im Vorfeld und so haben wir uns auf uns konzentriert. Jetzt müssen wir die Form behalten, um dann optimal in Amorbach an den Start gehen zu können.“

Riesenjubel herrschte dann zum Schluß in der Töngeshalle bei der Entscheidung im 4er Kunstrad. Der 4er des gastgebenden RV MZ-Ebersheim hat nicht nur das EM-Ticket gelöst, sondern auch eine bisher nie im 4er erreichte Punktzahl von 249,95 im Finale ausgefahren. Kein Weltrekord, da das Kampfgereicht nicht international besetzt war, aber sicherlich ein neuer Deutscher Rekord. Der RMSV Aach mit Franziska Bötzer, Lena Andorinha, Jone Burow und Yannick Gaißer hatten zu vor starke 239,81 vorgelegt und damit das Eberheimer Quartett zu einer neuen Bestleistung getrieben.

Schon in der Vorrunde waren die Ebersheimerinnen gefordert, denn es ging um nur zwei Startplätze im Finale. Aach legte hier 237,40 Punkte vor. Die beiden Teams aus Neuenkirchen (213,66) und Wiednitz (209,10) lagen bis zum letzten Drittel ihrer Kür auf Augenhöhe, leisteten sich dann jedoch Absteiger, was die Punkte purzeln ließ. Ebersheim musste zwei Teams hinter sich lassen, um im Finale dabei zu sein. Sie zeigten sich nervenstark und ließ mit 243,55 Punkten auch hier schon Aach hinter sich. „Unsere vier Sportler haben das heute sehr, sehr gut gemacht“, so Aachs Cheftrainerin Katja Gaißer. „Sie haben einen Sahne-Tag erwischt. Zweimal Bestleistung und damit die amtierenden Europameisterinnen in deren Halle herausgefordert. Die haben heute stark gekontert. Wir sind damit EM-Ersatzteam. Das hatten wir im Trainer-Team so nicht erwartet.“ Auch die Konkurrenz zeigte sich beeindruckt. „Aach hat uns herausgefordert und meine Mädels sind supergut gefahren“, sagte ein glücklicher Ebersheimer Trainer Oliver Schwarz. „Das hat es sicherlich noch nie gegeben, dass gleich vier Mannschaften auf solch hohem Niveau angetreten sind. Um ganz oben zu stehen, darfst du dir keinen Patzer erlauben.“

Ergebnisse: www.hallenradsport-daum.de